Welcher Wein für Glühwein?
Für Glühwein eignet sich ein trockener, fruchtiger Rotwein mit wenig Tannin und ohne Holzausbau – klassisch ein Merlot, Spätburgunder, Dornfelder oder Tempranillo. Für weißen Glühwein nehmen Sie einen trockenen bis halbtrockenen Riesling oder Grauburgunder. Teuer muss der Wein nicht sein, sauber schon: 3 bis 6 Euro sind der ideale Bereich.
Worauf es beim Basiswein ankommt
- Trocken: Die Süße steuern Sie beim Glühwein selbst über Zucker oder Honig – ein lieblicher Basiswein wird mit Zucker schnell klebrig.
- Fruchtig, wenig Tannin: Gerbstoffreiche Weine werden beim Erhitzen mit Gewürzen bitter. Weiche, fruchtbetonte Sorten sind ideal.
- Kein Barrique: Holz- und Röstaromen vertragen sich nicht mit Zimt und Nelken – das Ergebnis schmeckt muffig.
- Sauber, aber günstig: Feine Aromen eines teuren Weins gehen unter Gewürzen und Hitze komplett verloren. Ein solider Alltagswein ist perfekt – aber keiner mit Weinfehler, denn Essigstich oder Kork werden durchs Erhitzen noch deutlicher.
- Nicht zu viel Alkohol: 11 bis 12,5 % sind ideal. Sehr alkoholreiche Weine wirken erhitzt schnell brandig.
Die besten Rebsorten für roten Glühwein
- Merlot: weich, rund, pflaumige Frucht – der zuverlässigste Glühwein-Basiswein.
- Spätburgunder / Pinot Noir: elegant-fruchtig mit wenig Tannin, gibt feinen Glühwein.
- Dornfelder: der deutsche Klassiker – farbintensiv, fruchtig, mild.
- Tempranillo / einfacher Rioja: würzig-fruchtig, harmoniert gut mit Zimt und Nelke.
- Primitivo / Zinfandel: reife, süßliche Frucht – braucht dann weniger Zucker.
Weißer Glühwein: die frische Alternative
Weißer Glühwein hat sich vom Geheimtipp zum Weihnachtsmarkt-Standard entwickelt – zu Recht: Die Säure eines guten Weißweins hält das Heißgetränk lebendig, wo roter Glühwein schwer werden kann. Ideal sind Riesling (spritzig, zitrusfrisch), Grauburgunder (runder, mit Birnenfrucht) oder Müller-Thurgau (mild und unkompliziert). Gewürzt wird weißer Glühwein etwas zurückhaltender: Zimt, Sternanis, Orangenschale – Nelken sparsam dosieren. Ein Schuss Zitronensaft am Ende hebt die Frische.
Grundrezept: Glühwein selber machen (4 Tassen)
- 1 Flasche (0,75 l) trockenen Rot- oder Weißwein in einen Topf geben.
- 2 Zimtstangen, 3–4 Gewürznelken, 1 Sternanis und die Schale einer unbehandelten Orange (plus nach Geschmack deren Saft) zufügen.
- 2–3 EL Zucker oder Honig einrühren – lieber sparsam starten und später nachsüßen.
- Langsam auf 70–75 °C erhitzen – niemals kochen! Ab ca. 78 °C verdampft der Alkohol und die Gewürze werden bitter.
- 30–60 Minuten bei niedrigster Stufe ziehen lassen, Gewürze abseihen, heiß servieren.
Passende Basisweine aus unserer Datenbank
Trocken, fruchtig, unkompliziert – diese Weine eignen sich als Basis für roten bzw. weißen Glühwein:
Bordeaux
Rotwein Salton Desejo Merlot Rotwein Rheinhessen Spatburgunder trockenRheinhessen
Weißwein Riesling Kabinett Trocken 2023Mosel
Weißwein Nahe Grauburgunder trockenNahe
Weißwein Grauburgunder Trocken 2023Pfalz
Die häufigsten Glühwein-Fehler
- Kochen lassen: Der mit Abstand häufigste Fehler. Über 78 °C verfliegt der Alkohol, die Gewürze kippen ins Bittere und der Wein schmeckt gekocht.
- Gemahlene Gewürze: machen den Glühwein trüb und pelzig. Immer ganze Gewürze verwenden und rechtzeitig entfernen.
- Zu langes Ziehen: Nelken und Zimt geben nach Stunden bittere Noten ab. 30 bis 60 Minuten reichen völlig.
- Billigster Tetrapack-Wein: Ein fehlerhafter Wein wird durch Erhitzen nicht besser – im Gegenteil. Sauber und einfach schlägt billig und muffig.
- Zu früh süßen: Beim Einkochen konzentriert sich die Süße. Erst am Ende abschmecken.
Übrigens: Reste sinnvoll nutzen
Eine angebrochene Flasche vom Wochenende ist eine perfekte Glühwein-Basis – wie lange offener Wein dafür noch taugt, lesen Sie im Artikel Offener Wein: Wie lange haltbar? Und wenn nach dem Glühwein-Abend Wein übrig bleibt, hilft unser Guide Welcher Wein zum Kochen? bei der Resteverwertung.
Häufige Fragen zum Glühwein-Wein
Welcher Rotwein eignet sich am besten für Glühwein?
Ein trockener, fruchtiger Rotwein mit wenig Tannin und ohne starkes Holzaroma - zum Beispiel Merlot, Spätburgunder, Dornfelder oder ein einfacher Tempranillo. Kräftige Barrique-Weine werden beim Erhitzen mit Gewürzen bitter.
Welcher Wein für weißen Glühwein?
Ein trockener bis halbtrockener Weißwein mit guter Säure - Riesling, Grauburgunder oder Müller-Thurgau. Die Säure hält den weißen Glühwein trotz Zucker und Gewürzen frisch und verhindert, dass er plump schmeckt.
Wie heiß darf Glühwein werden?
Maximal etwa 78 Grad - ab dieser Temperatur beginnt der Alkohol zu verdampfen und die Gewürze werden bitter. Glühwein darf niemals kochen. Ideal: langsam auf 70 bis 75 Grad erhitzen und dann warm halten.
Kann man teuren Wein für Glühwein nehmen?
Das lohnt sich nicht - Gewürze, Zucker und Hitze überdecken die feinen Aromen eines hochwertigen Weins vollständig. Ein sauberer, trockener Wein zwischen 3 und 6 Euro ist die richtige Wahl. Er sollte aber gut genug sein, dass man ihn auch pur trinken würde.
Welche Gewürze gehören in Glühwein?
Die klassische Basis: Zimtstangen, Gewürznelken, Sternanis und unbehandelte Orangenschale. Dazu nach Geschmack Kardamom, ein Stück Ingwer oder Vanille. Ganze Gewürze verwenden und nach 30 bis 60 Minuten Ziehzeit entfernen - gemahlene Gewürze machen den Glühwein trüb und bitter.
Fazit
Der perfekte Glühwein-Wein ist trocken, fruchtig, tanninarm und ehrlich günstig: Merlot, Spätburgunder oder Dornfelder für rot, Riesling oder Grauburgunder für weiß. Die Kunst liegt nicht im teuren Wein, sondern in der Zubereitung – ganze Gewürze, maßvoll süßen und niemals über 78 Grad erhitzen. So schlägt der selbstgemachte Glühwein jede Fertigmischung um Längen.