Rebsorte

Nerello Mascalese

Herkunft: Italien

Beschreibung

Nerello Mascalese ist die bedeutendste rote Rebsorte am Ätna und nach Nero d'Avola die zweithäufigste Rotweinsorte Siziliens. Ihr Name verweist auf die Ebene von Mascali zwischen Vulkan und Küste. Angebaut wird sie vor allem in der Provinz Catania an den Nord-, Ost- und Südosthängen des Ätna, dazu in der Herkunft Faro bei Messina und in kleineren Mengen in Kalabrien.

In der Herkunft Etna muss ein Rotwein mindestens 80 Prozent Nerello Mascalese enthalten, bis zu 20 Prozent Nerello Cappuccio dürfen ergänzt werden. Prägend sind die Anbaubedingungen: Die Weinberge liegen zwischen etwa 400 und über 1.000 Metern Höhe, auf Lava, Asche und Sand unterschiedlicher Ausbruchsgenerationen. Viele Anlagen stehen noch in der Buscherziehung alberello, einzeln gepfählt statt im Drahtrahmen. Weil sich die Reblaus in den sandigen Vulkanböden nur schwer ausbreiten konnte, haben hier ungewöhnlich viele wurzelechte Altreben überlebt. Nerello Mascalese reift spät und wird im Oktober und bis in den November hinein geerntet, später als fast überall sonst in Italien.

Die Weine fallen heller aus, als man es von einer südlichen Sorte erwartet: durchscheinendes Rubinrot, das schnell Granatreflexe annimmt. Der Duft arbeitet mit Sauerkirsche, Walderdbeere und Granatapfel, dazu Veilchen, Orangenschale, getrockneter Oregano und eine rauchig-aschige Note. Am Gaumen bestimmen eine hohe Säure und ein feinkörniges, trockenes Tannin die Struktur, der Körper bleibt mittelgewichtig. Die Vergleiche zu Nebbiolo und Pinot Noir sind Folge von Höhe, Säure und feinem Gerbstoff.

Bis in die 1990er Jahre ging ein großer Teil der Ernte in anonyme Verschnitte; erst die Wiederentdeckung der alten Hanglagen und die 133 namentlich ausgewiesenen Contrade haben die Sorte etabliert. Gute Weine zeigen drei bis zehn Jahre nach der Ernte ihr bestes Fenster, wobei sich die Frucht in Richtung Trockenblüten und Tee verschiebt. Serviert werden sie bei 16 bis 18 Grad; junge Flaschen profitieren von einer Stunde Luft.

Typische Aromen

Sauerkirsche, Walderdbeere, Granatapfel, Veilchen, Orangenschale, getrocknete Kräuter, Tabak, Rauch

Passt gut zu

Die Kombination aus hoher Säure, feinkörnigem Tannin und mittlerem Körper macht Nerello Mascalese vielseitiger als die meisten südlichen Rotweinsorten. Er passt zu Lamm, Ente, Wild und Geflügel vom Grill, zu Pasta alla Norma und anderen Gerichten mit Aubergine und Tomate, zu Pilzen und zu Pizza. Anders als kräftige Südweine verträgt er auch Thunfisch oder Schwertfisch vom Grill. Gereifter Pecorino und mittelalte Hartkäse funktionieren gut, sehr fette oder stark gesüßte Saucen weniger.

Steckbrief

Name
Nerello Mascalese
Herkunft
Italien

Weine mit Nerello Mascalese