Rebsorte

Vernaccia di San Gimignano

Herkunft: Italien

Beschreibung

Vernaccia di San Gimignano ist eine weiße Rebsorte, die ausschließlich in der Gemeinde San Gimignano in der Provinz Siena eine Rolle spielt. Trotz des gemeinsamen Namens ist sie mit den anderen Vernaccia-Sorten, etwa der Vernaccia di Oristano auf Sardinien, nicht verwandt. Vernaccia war im Mittelalter eine Sammelbezeichnung für einheimische Reben, vermutlich vom lateinischen vernaculus abgeleitet.

Die Sorte ist urkundlich seit dem 13. Jahrhundert belegt. Eine Steuerordnung der Kommune San Gimignano von 1276 verlangt drei soldi Abgabe für jede soma Vernaccia, die über die Gemeindegrenze verkauft wurde. Dante nennt den Wein im vierundzwanzigsten Gesang des Purgatorio, wo Papst Martin IV. seine Völlerei mit Aalen aus dem Bolsenasee und Vernaccia büßen muss; es ist der einzige namentlich genannte Wein der Divina Commedia. 1966 war Vernaccia di San Gimignano der erste italienische Wein überhaupt mit DOC-Status, am 9. Juli 1993 folgte die Erhebung zur DOCG. Die Vorschrift verlangt mindestens 85 Prozent der Sorte.

Die Rebflächen liegen auf sandigen, teils tuffhaltigen Böden pliozäner Herkunft, die wenig Wasser speichern. Im Glas zeigt sich ein blasses Strohgelb, das mit der Reife goldene Reflexe annimmt. Aromatisch ist die Sorte zurückhaltend: grüner Apfel, Birne und Zitrone, dazu weiße Blüten, ein Hauch Hefe und eine nussige Grundnote. Ihre Stärke liegt am Gaumen: Eine hohe Säure trägt einen für einen hellen Weißwein überraschend griffigen Verlauf, die Mitte wirkt wachsartig, und der Abgang endet mit einer klaren Bittermandelnote, die zur Sorte gehört.

Weil die Aromatik dezent bleibt und die Struktur dominiert, verträgt Vernaccia Hefelager und Holzausbau besser als viele andere italienische Weißweinsorten, und das Anbaugebiet sieht eine länger gereifte Riserva-Stufe vor. Jung getrunken überwiegen Frische und Zitrus, nach zwei bis vier Jahren entwickeln sich Nuss-, Honig- und Kräutertöne. Serviert wird sie bei 10 bis 12 Grad, nicht kälter, sonst verschwindet die Textur.

Typische Aromen

grüner Apfel, Birne, Zitrone, weiße Blüten, Hefe, bittere Mandel, Haselnuss, Salzigkeit

Passt gut zu

Die trockene, leicht bittere Kante ist am Tisch der eigentliche Vorzug dieser Sorte: Sie kommt mit Artischocken, Fenchel, Spargel und reichlich Olivenöl zurecht, wo andere Weißweine metallisch werden. Gut passen Fisch vom Grill, Pasta mit Meeresfrüchten, Sushi, Panzanella und Ribollita sowie Geflügel in heller Sauce. Auch zu jungem Pecorino und Ziegenkäse funktioniert sie. Gereifte Flaschen mit Nuss- und Honigtönen vertragen Kalbfleisch und Schweinebraten mit Kräutern.

Steckbrief

Name
Vernaccia di San Gimignano
Herkunft
Italien

Weine mit Vernaccia di San Gimignano