Rebsorte

Verdicchio

Herkunft: Italien

Beschreibung

Verdicchio ist die wichtigste weiße Rebsorte der italienischen Marken und wird dort seit mindestens dem 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von verde ab und beschreibt den grünlichen Schimmer, den die Beeren auch bei voller Reife behalten. Angebaut wird sie außerdem in Umbrien und Latium. DNA-Untersuchungen haben gezeigt, dass Verdicchio und der in Venetien verbreitete Trebbiano di Soave dieselbe Sorte sind; das italienische Rebsortenregister führt Trebbiano di Soave deshalb als Synonym zu Verdicchio Bianco. Die am Gardasee als Turbiana bezeichnete Rebe steht dieser Gruppe nahe, ihre Eigenständigkeit wird aber diskutiert.

Zwei Herkünfte prägen das Bild. Verdicchio dei Castelli di Jesi stammt aus den Hügeln westlich von Ancona, offen zur Adria hin, und ist das größere Gebiet. Verdicchio di Matelica liegt weiter im Inneren, in einem Hochtal des Apennin in der Provinz Macerata. Das kontinentalere Klima dort führt zu höherer Säure, niedrigerem Alkohol und Weinen, die mehrere Jahre brauchen, um sich zu öffnen; die Weine aus Jesi sind früher zugänglich. Beide Herkünfte verlangen mindestens 85 Prozent Verdicchio und lassen Stillwein, Schaumwein und Passito zu.

Im Glas zeigt sich meist ein helles Gelb mit grünlichen Reflexen. Der Duft bleibt zurückhaltend und arbeitet mit grünem Apfel, Birne und Zitrone, dazu kommen weiße Blüten und oft eine Fenchel- oder Anisnote. Charakteristisch ist der Verlauf am Gaumen: hohe, gerade Säure, eine wachsartige Textur in der Mitte, eine salzig-steinige Note und ein Abgang mit deutlicher Bittermandel, die zur Sorte gehört und kein Fehler ist.

Die Sorte besitzt ungewöhnlich gutes Reifepotenzial für einen italienischen Weißwein, obwohl ein großer Teil der Produktion als einfacher Alltagswein in den Handel kommt. Nach drei bis sechs Jahren entwickeln gute Flaschen Nuss-, Wachs- und Honignoten, ohne die Säure einzubüßen. Serviert wird sie bei 10 bis 12 Grad, nicht kälter, sonst geht die Textur verloren.

Typische Aromen

grüner Apfel, Birne, Zitrone, weiße Blüten, Fenchel, bittere Mandel, Honig, Salzigkeit

Passt gut zu

Verdicchio hat für einen Weißwein viel Textur und eine hohe, trockene Säure. Das macht ihn zum Begleiter für Fisch vom Grill, Brodetto und andere Fischsuppen der Adria, Pasta mit Venusmuscheln oder Bottarga, Rohes vom Meer und Sushi. Die bittere Mandelnote im Abgang kommt mit Gemüse zurecht, an dem viele Weißweine scheitern: Artischocke, Fenchel, Spargel und Olivenöl. Gereifte Flaschen mit Nuss- und Honigtönen passen zu Geflügel, Kalbfleisch in heller Sauce und mittelalten Hartkäsen.

Steckbrief

Name
Verdicchio
Herkunft
Italien

Weine mit Verdicchio