Rebsorte

Bacchus

Herkunft: Deutschland

Beschreibung

Bacchus ist eine deutsche Neuzüchtung und zählt zu den aromatischsten weißen Rebsorten des Landes. Peter Morio und Bernhard Husfeld kreuzten sie 1933 am Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in der Pfalz: Als Eltern dienten eine Silvaner-Riesling-Kreuzung und Müller-Thurgau. Bis zur Freigabe für den allgemeinen Anbau dauerte es bis 1972. Der Name verweist auf den römischen Gott des Weines; als Synonym ist die Bezeichnung Frühe Scheurebe gebräuchlich.

Verbreitet ist Bacchus fast ausschließlich in Deutschland. Die Fläche lag 2015 bei etwa 1.730 Hektar und damit bei rund 1,7 Prozent der deutschen Rebfläche, mit Schwerpunkten in Rheinhessen und Franken, dazu kleineren Beständen an der Nahe, in der Pfalz und an der Mosel. Der Trend zeigt deutlich nach unten: Viele Betriebe haben Bacchus ersetzt, unter anderem weil die Trauben sonnenbrandempfindlich sind. Außerhalb Deutschlands spielt die Sorte nur in England eine nennenswerte Rolle, wo das kühle Klima ihren frühen Reifezeitpunkt belohnt.

Im Weinberg ist Bacchus unkompliziert. Die Rebe reift früh und erreicht ohne Mühe hohe Mostgewichte, was sie für kühlere Lagen und schwächere Jahrgänge interessant macht. Der Preis dafür ist eine von Natur aus niedrige Säure: Bacchus-Weine können ohne Gegenmaßnahmen flach wirken, weshalb früher gelesen oder mit säurestärkeren Sorten wie Müller-Thurgau verschnitten wird.

Im Glas ist Bacchus unverkennbar. Typisch sind Birne, Aprikose und Grapefruit, dazu Wiesenblüten, Holunder und ein deutlicher Muskatton; bei vollreifen Trauben kommen schwarze Johannisbeere und eine kümmelartige Würze hinzu. Der Körper bleibt mittelgewichtig, Gerbstoff spielt keine Rolle, der Abgang ist fruchtig und weich. Ausgebaut wird die Sorte trocken, häufiger aber halbtrocken oder feinherb, weil die Restsüße die laute Aromatik trägt. Bacchus ist auf jungen Genuss angelegt und sollte in den ersten zwei bis vier Jahren getrunken werden.

Typische Aromen

Birne, Aprikose, Grapefruit, Muskat, Wiesenblüten, Holunder, Schwarze Johannisbeere

Passt gut zu

Der kräftige Duft und die milde Säure machen Bacchus zum Begleiter für Speisen, an denen trockene, säurebetonte Weine scheitern. In halbtrockener oder feinherber Form passt er zu scharf gewürzter asiatischer Küche, zu Thai-Curry, zu Sushi und zu süßsauren Gerichten. Trocken ausgebaut begleitet er geräucherte Forelle, Spargel, Geflügelsalat und leichte Vorspeisen. Zu würzigem Weichkäse und Blauschimmelkäse bildet die Restsüße einen Gegenpol zum Salz. Wegen der niedrigen Säure sollte der Wein gut gekühlt bei 9 bis 11 Grad serviert werden.

Steckbrief

Name
Bacchus
Herkunft
Deutschland

Weine mit Bacchus