Weinregion
Jerez
Spanien
Beschreibung
Jerez im Südwesten Andalusiens ist die Heimat des Sherry, eines der faszinierendsten und vielfältigsten Weintypen der Welt. Das sogenannte Sherry-Dreieck zwischen den Städten Jerez de la Frontera, El Puerto de Santa María und Sanlúcar de Barrameda bildet das Herzstück der Produktion. Die besten Weinberge liegen auf strahlend weißen Albariza-Böden, einem kreideartigen Kalkstein mit hohem Anteil an fossilem Meeressediment, der Feuchtigkeit speichert und die intensive andalusische Sonne reflektiert. Palomino Fino ist die Hauptrebsorte für trockene Sherrys, während Pedro Ximénez und Moscatel für die süßen Varianten verwendet werden. Das Herz der Sherry-Herstellung ist das Solera-System, eine jahrhundertealte Methode der fraktionellen Verschnitt-Reifung, bei der jüngere Weine schrittweise mit älteren vermischt werden. So entsteht über Jahre und Jahrzehnte eine bemerkenswerte Konstanz und Komplexität. Die Stilvielfalt ist enorm: Fino und Manzanilla reifen unter einer schützenden Florschicht aus Hefepilzen und sind knochentrocken mit salzigen, mandel- und brotkrustenartigen Noten. Manzanilla stammt ausschließlich aus Sanlúcar und erhält durch die Meeresnähe einen besonders frischen Charakter. Oloroso reift oxidativ ohne Flor und entwickelt nussige, karamellige Aromen bei voller Struktur. Amontillado beginnt als Fino und durchläuft später eine oxidative Phase, Palo Cortado ist eine seltene Zwischenform. Pedro Ximénez aus rosinierten Trauben liefert intensiv süße, sirupartige Weine. Die Sherry-Produktion reicht bis in die phönizische Zeit zurück und erlebte im 18. und 19. Jahrhundert ihre Blütezeit als Exportwein nach England.
Klima
Mediterran-heiß
Typische Rebsorten
Palomino, Pedro Ximénez, Moscatel